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Airbrushen ohne Liebestöter

 

Airbrushen macht Lust und Laune. Einmal begonnen, sprüht man sich leicht in Kunstwerkstimmung und kreative Hochgefühle. Aber man kann auch ganz schnell wieder runterkommen – wenn die ganze Liebesmüh` allein den Motiven gilt und die Sprühpistole gar nichts davon abbekommt ...

10 häufige Sünden, die das Schicksal ganz schnell rächt und im krassen Fall die Liebe zum Airbrushen jäh beendet:

1. Farbe in der Spritzpistole eintrocknen lassen.
2. Nadel herausziehen während noch Farbe im Farbbecher/in der -schale ist.
3. Erster Reinigungsabfall durch die kleine Düse ausspritzen.
4. Die Düse bei eingetrockneter Farbe abschrauben.
5. Nach dem Reinigen die Düse mit Druck anschrauben.
6. Den Rest einer abgebrochenen Düse selbst (zu) entfernen (versuchen).
7. Die Pistole in Aceton einlegen.
8. Nagellack durch die Düse jagen.
9. Das Reinigen aufschieben.
10. Die genannten Sünden auf die leichte Schulter nehmen.

 

Damit die Leidenschaft kein Leiden schafft:

 
1. Pause rein – Farbreste raus
Verwenden Sie bei leicht eingetrockneten Farben einen Airbrushreiniger und/oder spülen Sie mit reichlich Wasser die Pistole aus. Warten Sie nicht zu lang mit diesem Arbeitsschritt, denn je weniger Farbe im Farbbecher ist, umso schneller ist die Farbe eingetrocknet. Zwar sind die Farben wasserverdünnbar, doch während des Trocknens verdunsten die Bindemittel. Getrocknete Farbe ist daher wasserfest.

2. Becher leer, Wasser marsch, Nadel ab.
Bevor Sie die Nadel entfernen, leeren Sie den Farbbecher und spülen Sie ihn mit Wasser gründlich aus. Andernfalls wird Farbe mit der Nadel in den Korpus der Pistole und die Dichtungen transportiert. Hier angetrocknete Farben erschweren oder blockieren gar die Führung der Nadel.

3. Auspinseln statt aussprühen
Reinigen Sie als Erstes den Farbbecher/die Farbschale mit einem Rundborstenpinsel. NICHT AUSSPRÜHEN! Schütten Sie das verschmutzte Wasser z.B. in einen Behälter. Tipp für einen eindrucksvollen Lerneffekt: Die Reinigungsabfälle einmal auf ein sauberes Papiertuch gießen – üble Brocken ... Genau diese Pigmentansammlungen/Farbreste verstopfen die Düse, die dann abgeschraubt werden muss.

4. Reiniger – nicht rohe Kräfte – walten lassen.
Ist einmal die Farbe eingetrocknet, ist die Versuchung groß: schnell, schnell Schlüssel an die Düse setzen und mit einer Schraubbewegung die getrocknete, feine Farbschicht auf dem Übergang von Düse und Korpus knacken. Leider knackt meist nur die filigrane Düse an gerade dieser empfindlichen Stelle. Dann bleibt nur der Griff zum Telefon ... Sparen Sie sich diese Erfahrung samt den Reparaturkosten. Stellen Sie die Pistole mit Reiniger gefüllt eine gute Weile beiseite, damit er einwirken kann. Erst dann – und bitte äußerst vorsichtig – die Düse entfernen.

5. Der richtige Dreh ist sanft, nicht temperamentvoll.
Nach dem Reinigen sollte die Düse nur leicht geführt eingeschraubt werden. Funktioniert das nicht, könnten im Innengewinde noch ein paar Pigmente/Verschmutzungen festsitzen. Sparen Sie dann nicht mit Wasser. Zudem sind hier oft kleine Reinigungsbürstchen mit dem richtigen Durchmesser hilfreich. Manchmal hilft auch ein Tropfen Nähmaschinen- oder Nadelöl als Gleitmittel. So lässt sich die Düse ohne Druck so dicht anschrauben, wie sie sitzen sollte. Vorsicht: minimal mehr kann schon entschieden zu weit sein.

6. Düse hin – Fachmann ran
Upps, jetzt ist es doch passiert: Düse abgedreht, zerstört und das Gewinde steckt noch im Korpus. Schnell was Spitzes her und rausgeholt? Versuchen Sie Ihr Glück lieber bei der staatlichen Lotterie. Bei Ihrer Airbrush-Pistole haben Sie viel zu verlieren: Das filigrane Innengewinde kann leicht irreparabel zerstört werden. Und im weichen Material der Düse kommt es leicht zu bleibenden Deformierungen. Um das Schlimmste zu vermeiden und den Reparaturaufwand möglichst gering zu halten, schicken Sie besser die Pistole gleich zu Ihrem Fachhändler oder Reparaturdienst. Durch Spezialgeräte und technisches Know-how wurden schon viele “Notfall-Patienten” gerettet.

7. Die Keule ist tabu
Aceton löst zwar Farbe sehr gut, aber auch sämtliche Dichtungen (Gummi) und andere Kunststoffe in der Spritzpistole. Deshalb: Bei Problemen nicht gleich mit der obersten Chemiekeule experimentieren.
Beweisstück zur Aceton-Bombe (Bildergalerie)

8. Niemals Nagellack
Nagellack ist der GAU (größter anzunehmende Unfall) für Ihre Sprühpistole. Der Farbkanal sowie die Düse sind sofort verstopft. Nagellack ist einfach zu dick, um durch eine 0,2 oder 0,3 mm Düse gepresst zu werden. Der passt da so wenig hindurch wie eine Waschmaschine durch den Schlitz Ihres Briefkastens.

9. Lieber Lust und keine Last
Wenn wirklich mal die Zeit zur Pistolenpflege ausgeht: Füllen Sie zumindest Reiniger in den Farbbecher. Unbedingt dabei beachten: Früher oder später verdunstet die Flüssigkeit und dann trocknet doch wieder alles ein. Zeit aber keine „Lust“?
Motivieren Sie sich selbst mit dem Gedanken daran, dass Sie bestimmt noch viel weniger Lust haben, viel mehr Aufwand zu betreiben, weil die Farbe eingetrocknet ist oder mit einer zickenden Pistole zu arbeiten. Daher: Pistole nie über mehrere Stunden oder über Nacht ungereinigt stehen lassen.

10. Freude statt Frust
Finden Sie Spaß daran, Ihre Utensilien auf diese Weise sorgfältig und liebevoll zu behandeln. So können Sie die ganze Freude am Airbrushen entfalten. Mit der Nailart-Airbrushtechnik werden außergewöhnliche, unvergleichbare und aufwändige Designs erstellt. Pflegen Sie Ihr Handwerkszeug, pflegen Sie gewissermaßen auch Ihr Talent.

Wünschen Sie sich in irgendeiner Weise praktische Anleitung? Informieren Sie sich über unseren mehrstündigen Workshop 'Clean Gun' Oder: Gerne nennen wir Ihnen einen Kompetenzpartner in Ihrer Nähe.

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